Die kubanische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche. Auch wenn 50% der Kubaner als konfessionslos gelten, findet man im Alltag oft religiöse Handlungen. 40% bekennen sich zur römisch-katholischen, 3% zur protestantischen Kirche, 2% der Bevölkerung sind Juden und Moslems. In den 20er Jahren bestand eine grosse jüdische Mittelschicht, die aber 1960 bis auf rund 1.000 emigrierte. Wenig ist von den ursprünglichen Religionen der Ureinwohner Kubas bekannt, ihre Religion starb mit ihnen aus. Die erobernden Spanier brachten als erste den Katholizismus auf die Insel, jedoch prägten die gewaltsam aus ihrer afrikanischen Heimat verschleppten Sklaven die religiösen Vorstellungen. Die Sklaven hatten keinen einheitlichen Glauben, sondern jede Volksgruppe ihre eigenen Traditionen – gemeinsam war allen Glaubensrichtungen jedoch bei ihren Riten und Festen die starke Anbindung an den Rhythmus von Trommeln.
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Lucumis Lucumis sind eine Gruppe der Santerias, die der christlichen Religion näher standen. Sie versuchten mit den heiligen Zeichen Weissagungen zu machen. Das wichtigste ist es, sich Klarheit über die Zukunft zu verschaffen und danach zu handeln.
Regla Conga Die Mitglieder haben den Ruf, alle Hexenmeister zu sein und mit dunklen Mächten zu praktizieren - deshalb nennt man sie auch Hexer –brujos-. Um die Götter zu beruhigen, gibt es ab und zu ein Fest namens Makuta – hier entstand der Tanz, der später mit Rumba bezeichnet wurde. Das auffälligste Zeichen im Hause eines Angehörigen der Regla Conga ist ein Kürbis, der meist an der Decke aufgehängt ist.
Mayombe Ein Mayombe ist ein böser Geist. Die Mitglieder der Gruppe haben sich den bösen Geistern verschrieben. Bei manchen Ritualen werden tote Tiere benutzt. Vielen Kubanern sind die Mayombes wegen der Zauberei unheimlich.
Abakua In der Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten Sklaven in Havanna einen Geheimbund, wo die männlichen Tugenden gepflegt werden: Mut, Entschlossenheit und Stärke. Ausser einer Geheimsprache benutzen sie auch eine geheime Zeichenschrift. Es gibt heute unterschiedliche Richtungen, die einen nehmen Weisse auf, andere lehnen das strikt ab.
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Elegba ( auch Elegguà )
ist wohl der bekannteste Orischa. Elegguá ist der "Pförtner" zwischen der irdischen Welt und der Götterwelt. Elegguá wird mit den Farben Rot und Schwarz in Verbindung gebracht und als seine Zahlen werden 3 und 21 genommen. Elegguá wird dem heiligen Antonius zugeordnet.
Obbatala Androgyner Gott des Friedens, Erschaffer der Welt. Kennzeichen ist die Farbe weiss, sein Symbol die Kokosnuss. Er hatte nach der Überlieferung beschlossen, in der Virgen de las Mercedes seine moderne Entsprechung zu sehen. Am liebsten isst er „ecru“: pürierte Caritabohnen, die in Kokosmilch gekocht werden und ihm als Opfergabe gereicht wird.
Odudua Seine Frau, hat dieselbe Entsprechung und gilt als die Göttin der Unterwelt.
Chango Der Gott des Blitzes und Donners, der Liebe, der Musik und der Männlichkeit. Er trägt ein rotes, manchmal rotweisses, Gewand, ist stolz, kraftvoll, gewalttätig und verführerisch. Seine Entsprechung ist die Virgen de Santa Barbara, sein Wohnort sind die Königspalmen, seine Symbole sind die Doppelaxt, Mambostab und die Rassel aus Schildkrötenpanzer. Er ist ausserdem der Gott des Feuers – seine Anhänger versuchen sein Feuer im Rauch der Zigarre zu kopieren. Seine Lieblingsspeise ist „farina de amala“, eine in Bananenblätter gewickelte Masse aus gekochtem und gesüsstem Maismehl.
Aggayu Sola Er ist mit dem heiligen Christophorus verbunden und gilt als Beschützer der Reisenden und des Landes, ist der Grossvater Changos und gleichzeitig der Gott der Wüste.
Babalu Aye Dieser suchte seine moderne Entsprechung im Patron der Krankheiten, in San Lazaro - am 15. Dezember pilgern Zehntausende Kubaner zu den dem San Lazaro geweihten Kirchen. Es ist eine der grössten Walfahrten des Jahres, bei der die Menschen teilweise auf allen Vieren kriechend zum heiligen Ort ziehen. Babalu Aye geht mit Krücken, von Hunden begleitet – seine Symbole sind Mücken, Fliegen und Mais. Er gilt als wundertätig, aber auch streng und rachsüchtig.
Ochun-Kole Die Göttin des Goldes, der Liebe und der Sexualität, des Süsswassers, Weiblichkeit, Frau von Chango und Schwester von Yemaya. Ihre Entsprechung ist die Virgen de la Caridad del Cobre und ihre Farbe gelb. Sie ist auch die Göttin des Trinkwassers und des goldenen Honigs. Der Pfau und der Geier sind ihre Tiere, die Glocke ihr Symbol, ebenso der Kürbis. Sie erscheint in der Regel als Mulattin, ist sinnlich, verführerisch, eine gute Tänzerin und Seherin. Am liebsten isst sie „ochinchin“, eine köstliche Mischung aus gekochtem Krebsfleisch mit Mandelmus, Mangold und Kresse.
Oggun Der Gott des Krieges, der Werkzeuge, des Erzes, der Berge und des Waldes. Seine Farbe ist grün, seine Symbole sind Buschmesser, Ketten, Hacken, Schlüssel. Seine Eigenschaften zeigen sich in roher Gewalt, Energie und Verschlagenheit. In der christlichen Religion ensprechen ihm der heilige Johannes und der heilige Petrus.
Yemaya Die Allmutter, Göttin des Ozeans und Salzwassers, der Mütterlichkeit und Vernunft. Sie trägt ein blaues Gewand und hat 16 andere Götter als Kinder. Sie fand ihre Entsprechung in der schwarzen Virgen de la Regla. Dargestellt wird sie oft mit sieben Röcken in blau und weiss. Ihre Tugenden sind Intelligenz, Versöhnlichkeit und Mütterlichkeit – ihre Zeichen sind der Halbmond und kleine Muscheln, ein Anker und silbern blitzende Metalle. Sie führt oft ein gefährliches Meerestier mit sich, das Olokun, und gilt auch als streng und hochmütig.
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