Tourismus - Devisenbringer No1

Tourismus - die neue Zafra ?

Zu den Hochzeiten des Sozialismus widmete sich Castro voll und ganz dem Zuckerrohranbau. Durch die Handelsabkommen mit den sozilistischen Partnern wurde Kuba zum Zuckerlieferant für die großen sozialistischen Brüder. Im Gegenzug hierfür bekam man wiederrum Lebensmittel, Landmaschinen uvm. was man benötigte.


Monokultur - statt Souveränität

Mit diesem Handelsabkommen wollte Castro Kuba aus dem Status des "dritte Welt Landes" herausbekommen. In langen Versammlungen auf den Plätzen der Revolution hielt er seine schier unendlichen Reden vollmundig vor dem versammelten kubanischen Volk und kündigte an, dass es aus Kuba ein eigenständiges Land, unabhängig und souverän machen wolle.

Doch leider sah er nur den Zucker als Ticket in die Unabhängigkeit und baute so eine Monokultur auf. Dabei hat er es außer Betracht gelassen selbst für die Lebensmittelproduktion Grundlagen zu schaffen. Noch heute werden über zwei Drittel der gesamten nutzbaren Anbaufläche für den Zucker bereitgestellt.


jeder half mit

Es wurde das kubanische Volk motiviert, indem den Zuckerrohrernten heroische Namen und Widmungen gegeben wurden. Dies wurde so weit getrieben, dass zur Haupterntezeit sich Ärzte, Beamte und alle die, die überhaupt nicht auf dem Lande arbeiteten mithalfen das Land weiter zu bringen. "Wenn man einen Arzt benötigte, fuhr man besser raus auf die Zuckerrohrfelder als ins Krankenhaus", wurde uns berichtet.

Uns so schaffte es Castro anfangs auch die Ernteerträge immer wieder zu steigern, doch leider hatte er auf das Wetter keinen Einfluss und so kam was kommen musste. Es blieben die Erträge aus und Castro sah sich nach langem Leugnen irgendwann dazu gezwungen, in einer eigens bereitgestellten Fernsehübertragung als "Wetterfrosch" zu fungieren. Mit ungewohnt wortarmen Reden zeigte er orientierungslos auf den Wetterkarten mit einem Stock herum und sagte immer wieder dass es nur zu einer Verzögerung kommt. Besorgte Kubaner die anriefen und in die Sendung durchgestellt wurden, trat Castro mit ungewohnt unsicheren Argumenten entgegen. Und so verlor er vielleicht das erste Mal vor seinem Volk das Gesicht, denn eigentlich wusste schon jeder, dass man einen Fehler gemacht hatte, indem man sich zu sehr auf dieses Exportgut versteift hatte.


heute

Die Zafra verlor ihren Glanz, denn man schaffte es nicht mit ihr das Land aus seinem "dritte Welt Status" heraus zu befördern. Es ging eine erste Enttäuschung durchs Land, denn man hatte ja auch Castro an die Macht "revolutioniert", damit es einem besser ging.

Nun hat man aber immer mehr sein Augenmerk auf den Tourismus verlegt. Castro kommt zur Neueröffnung diverser Hotels, es werden die Gesetze gelockert und immer mehr Touristen kommen nach Kuba, um die harten Devisen zu bringen. Kuba erfährt seit Jahren einen "Boom" und legt immer mehr Bedeutung in den Tourismus. Doch scheint es so, als ob wieder der gleiche Fehler gemacht wird, denn noch immer muss Kuba Grundnahrungsmittel zukaufen. Die Insel muss jedes Jahr Lebensmittel für rund eine Milliarde Dollar einführen.

Und so sind es dann zu der "Haupterntezeit" im Toursimus, Ärzte und Ingenieure, die uns fragen ob wir unseren Cafe "con leche" oder nicht haben wollen. Denn den besseren Verdienst haben Sie in der Hotelerie und Gastronomie, als im Krankenhaus und an ihrem Arbeitsplatz.



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