Attentäter gesteht im kubanischen Fernsehen |
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Attentäter gesteht im Fernsehen
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(Havanna, 15. September 1997, pl-Poonal).- Der Salvadoreaner Raúl Ernesto Cruz León hat am Montag abend im kubanischen Fernsehen gestanden, mehrere Bombenattentate in der Hauptstadt Havanna durchgeführt zu haben. Cruz war am 4. September einige Stunden nach den Explosionen in den Hotels Copacabana, Chateau Miramar und Triton festgenommen worden. Im Hotel Copacabana war der 32jährige italienische Unternehmer Fabio di Celmo durch das Bombenattentat ums Leben gekommen. "In El Salvador beauftragten sie mich, diese Sprengstoffe anzubringen, sie gaben mir eine Liste von Orten... um Panik zu schaffen", so der mutmaßliche Täter in einer Sondersendung des Fernsehens. Gefaßt erklärte Cruz León zweimal nach Havanna gereist zu sein, um die Anschläge zu begehen. Das erste Mal vom 9. bis 14. Juli und das zweite Mal ab dem 31. August. "Am 12. Juli habe ich zwei Bomben in Hotels deponiert und am 4. September in drei Hotels und einem Restaurant" (in dem Restaurant explodierte der Sprengstoff sechseinhalb Stunden nach seiner Festnahme), antwortete er auf die Befragung. Er führte ebenso aus wie er die Explosivstoffe vom Typ C-4 auf die Insel brachte. Bei seiner zweiten Reise waren diese nach seiner Schilderung in einem Fernsehgerät versteckt. Cruz León gab an, in beiden Fällen alleine gereist zu sein. Der Oberst Adalberto Rabeiro, Leiter der Untersuchungseinheit zu den Attentaten und Mitglied des Geheimdienstes des Innenministeriums, erklärte die Vorgehensweise des mutmaßlichen Täters und präsentierte mehrere Beweisstücke. Darunter befinden sich ein Radiowecker, mit dem der Sprengstoff zu den jeweiligen Orten transportiert sein worden soll, ein Telefonbuch mit Anleitungen zur Vorbereitung der Bomben und einer Liste der Anschlagsorte sowie Teile der Mini-Bomben. Diese bestanden auf umfunktionierten Taschenrechnern mit einem Zeitzünder. Laut Rabeiro wurde Cruz León in El Salvador von einer Gruppe Konterrevolutionäre und Drogenhändler unter Vertrag genommen, die in Verbindung der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung mit Sitz in Miami stehen. Diese Stiftung beschuldigte er, direkt verantwortlich für die terroristischen Akte gegen Kuba zu sein. Die Ausbildung und Ausrüstung von Cruz León hat den Untersuchungen nach in El Salvador stattgefunden. Auf Kuba verhielt er sich die ersten Tage seiner Reisen wie ein normaler Tourist und inspezierte danach die Anschlagsorte. Die Anklage gegen Cruz León lautet auf Sabotage und Terrorismus. Die Mindesstrafe dafür sind zehn Jahre Haft, die Höchstrafe besteht in der Hinrichtung. EL SALVADOR Regierung will geständigem Raúl Cruz León helfen (Mexiko-Stadt, 17. September 1997, Poonal).- Die salvadoreanische Regierung hat erklärt, "das Unmögliche" zu versuchen, um dem auf Kuba verhafteten Raúl Cruz León zu helfen. Innenminister Marcio Acosta äußerte den Verdacht, Cruz könne ein "Sündenbock" sein und es werde einen politischen Prozeß geben. Seine Regierung wolle alles tun, um den Verhafteten vor der möglichen Todesstrafe zu retten. Aussenminister Ramón González ging Kuba noch härter an. Es handele sich um ein Land "in dem es weder Demokratie noch Menschenrechte gibt. Von daher weiß ich nicht, wie rechtswirksam die Untersuchung in diesem Fall sein wird." |
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