Cuba - Insel des Lichts >>> |
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Cuba - Insel des Lichts
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In meinem Sessel sitzend rauche ich genüsslich eine Romeo y Julieta namens "Churchill", habe mich zurückgelehnt, unnötiges Licht gelöscht und genieße diese duftende kubanische Köstlichkeit, die einmalig ist auf der Welt. Durch halbgeöffnete Lider beobachte ich den Rauch, nachdem er meinen Geschmacksnerven abenteuerliche Genüsse wie nach altem Port oder frischen Früchten und all den dazwischen liegenden Nuancen bereitet hat. Aus den Lautsprechern tönt leise Musik mit Titeln, die "Guantanamera", "Son de la Loma", "Yolanda" und "Hasta Siempre" heißen. Die Töne entführen mich, gleichsam wie der Rauch der Zigarre sich verflüchtigt, nach und nach zurück zu dieser unwiderstehlichen Insel des Lichts - Cuba. Wollen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, mit mir kommen? Dann fassen Sie meine Hände, schließen Sie die Augen, lassen Sie sich fallen und sich verzaubern von einem karibischen Traum - Cuba. Nirgends in der Karibik werden Sie freundlichere Menschen treffen, keine Stadt dieser Region ist so großartig wie Havana, die Lebenslust kann nicht überwältigender sein wie hier; die Hitze ist unvergleichlich, der Mangel allgegenwärtig - Cuba. |
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Das in einem schönen Park gelegene Hotel Los Coralles mit seinen Bungalows ist in Ordnung. Wie alles auf Cuba ist es sehr sauber und gepflegt. Das Bedienungspersonal und das Animationsteam sind herzlich, freundlich und gut ausgebildet, kompetent. Die Badebucht bietet sauberes, warmes Wasser, das draußen durch ein Korallenriff gedämpft nur mit zierlichen Wellen schüchtern den schmalen Sandstrand besucht. Gelegentlich findet man in Strandnähe abgebrochene Korallen. Darum ziehen wir uns zur Vorsicht Badeschuhe über, bevor wir ins Wasser gehen. Auf Strandverkäufer warten wir hier vergebens. Unmittelbar am Strand ist eine kleine Giftbude. Hier bekommen wir von Roberto Getränke gemixt, die wir reichlich - Stichwort alles inklusive - zu uns nehmen. Da wir uns auf der absoluten Sonnenseite Cubas befinden, ist es sehr heiß und es regnet weniger als in den anderen Landesteilen. Abends treffen wir uns an der Freilichtbühne und lassen uns mit gelungenen Shows und Musik unterhalten. |
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In dieser Gegend ist Geschichte gemacht worden. Der Sieg der Revolution wurde in Santiago de Cuba verkündet, und schon 25 Kilometer östlich beginnt der amerikanische Stützpunkt Guantanamo. |
>>> Santiago de Cuba |
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Sollten Sie abends in dieser Stadt sein, dann folgen Sie Ihren Ohren. Gehen Sie in eine der vielen Kneipen mit kubanischer Musik und erleben Sie diese einzigartige Atmosphäre. Haben Sie keine Angst um Ihr Geld. Nepp und Betrug sind hier noch unbekannt und Diebe haben Sie nicht zu fürchten. Cuba gilt als vermutlich das sicherste Reiseland der Welt. Bestimmt gehen Sie auch einmal in eines dieser großen, halbleeren Geschäfte. Dort sehen Sie eventuell eine große Vitrine, in der eine einzige Schraube ausgestellt ist. Die ist vorhanden und die und nicht mehr können Sie kaufen. Der Kubaner kann es wahrscheinlich eher nicht, weil er sie nicht bezahlen kann. Denn es wird im ganzen Land der Mangel offenkundig. Wer keine US-Dollars oder Euros hat, der ist zu bedauern. Ein Arzt verdient monatlich um die 20 Dollar. Ein kleines Töpfchen Farbe kostet 10 Dollar. Dieses sollten Sie wissen und ständig bedenken, wenn Sie sich über die Höhe eines Trinkgeldes Sorgen machen und Ihr Geiz einmal mehr Oberhand gewinnen will. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Barkeeper Atomphysik studiert hat. In einem Resort bei Guardalaveca sollen 80 Prozent des Personals Akademiker mit abgeschlossenem Universitätsstudium sein. |
>>> selbst bei der Delphinshow wird auf Salsa-Rhythmen nicht verzeichtet. |
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Die Umgebung von Los Coralles, der Bacanao-Nationalpark, lädt zu Spaziergängen ein. In der Nachbarschaft gibt es ein Delphinarium und einen Saurierpark. An der einzigen Straße befindet sich kein Bürgersteig. Sie müssen sich aber nicht davor fürchten, von einem Auto angefahren zu werden; vermutlich werden Sie gar keins sehen. Autos sind auf Cuba rar. Die Rohrleitungen, die Sie links und rechts von der Straße sehen, sind Wasserleitungen, die auch unser Hotel versorgen. Nehmen Sie sich trotzdem unbedingt etwas zu trinken mit, unterwegs werden Sie nichts bekommen und auf einen Rohrbruch können Sie nicht hoffen. Werden Sie auch die vielen Schmetterlinge bemerken, die es überall auf Cuba gibt? |
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In Havana gelandet bemerken wir nach kurzer Zeit den großen Nachteil, den diese Stadt hat: sie liegt viel zu weit von Santiago entfernt. Ein Tagesaufenthalt, das stellt sich schnell heraus, ist viel zu wenig für diese atemberaubende Stadt, die einstmals zu den schönsten Metropolen der Welt zählte. Und das kann man heute noch nachvollziehen, obwohl der Verfall rascher als die Restaurierung fortschreitet. Dort wo renoviert wurde, ist der alte Glanz wieder allgegenwärtig. Viele der prachtvollen Paläste und Villen sind nun Museen, Restaurants oder Hotels. |
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Als Zwanzigjähriger hatte ich meinen ersten Kontakt mit den Büchern Ernest Hemingways, von denen er viele in Havana geschrieben hat. Der Nobelpreisträger für Literatur (1899 - 1961) liebte diese Stadt. In dem Hotel "Ambos Mundos", Zimmer 511, wohnte und schrieb er in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, bevor er sich außerhalb der Stadt eine Finca kaufte. Sie sollten sich das Buch "Inseln im Strom" besorgen. Die Handlung spielt überwiegend in Havana. Der Roman stellt die damalige Situation der Stadt und ihrer Bewohner vortrefflich dar. Der Romanheld Thomas Hudson ist fast identisch mit Hemingway. Thomas wollen wir nun folgen, um die beiden Orte Havanas kennen zu lernen, die ich bisher nicht genannt habe: "El Floridita" und "Bodeguita del Medio". Sie brauchen sich die Namen nicht zu merken, Thomas und ich führen Sie dort hin. |
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"Er hatte doppelte Daiquiris getrunken, von den großen, die Constante in überfrorenen Gläsern servierte, so dass sie nicht nach Alkohol schmeckten, und wenn man sie herunterkippte, schmeckten, als führe man mit Skiern einen verschneiten Gletscher hinunter..." Und an einer anderen Stelle: "Er trank noch einen gefrorenen Daiquiri ohne Zucker, und als er das schwere, frostbeschlagene Glas hob, sah er die klare Schicht unter dem geraspelten Eis und sie erinnerte ihn ans Meer. Das geraspelte Eis sah aus wie das Kielwasser eines Schiffes, und das Klare darunter sah wie das Bugwasser aus, wenn der Steven es zerschnitt und das Schiff in flachem Wasser war..." Thomas lassen wir in der Floridita, denn wir wollen sehen, was mit Hemingway los ist. |
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Kurz nach dem Start haben wir die Möglichkeit, aus dem Flugzeug auf der rechten Seite das Karibische Meer und auf der anderen Seite den Atlantischen Ozean zu sehen. Über die berühmte Schweinebucht und die bergige Küstenregion geht es dann zurück in Richtung Santiago. Wir gehen in das Restaurant "Zun Zun" und essen etwas, während im Hintergrund zwei junge Frauen Gitarren spielen und dazu einen Song von Carlos Puebla singen, "Hasta Siempre". Das schöne Lied, die heimliche Hymne Cubas, handelt von Ché Guevara, der allgegenwärtig ist und uns von tausenden Plakatwänden und Häuserfronten anschaut. Annabell Ramirez Rodriguez, unsere freundliche Bedienung im Los Coralles, zeigte uns ein Album mit den Bildern ihres kleinen Sohnes. Am Anfang war jedoch ein Foto des verehrten "Comandante" eingeklebt, erst dann folgten die Bilder des Kindes und der Familie. An einer Bar unseres Hotels traf ich eines Abends einen alten Kubaner, der mir stolz berichtete, mit "Tchje", so wird das Ché ausgesprochen, einst gekämpft zu haben. Als Beweis legte er mir einen 40 Jahre alten vergilbten und zerknitterten Zeitungsausschnitt vor. Und das war exakt an dem Tag, an dem man Guevaras Leichnam in Südamerika gefunden hatte, er war dort von amerikanischen Regierungsbeamten gequält, ermordet und verscharrt worden. Heute liegt Ché Guevara in Santa Clara begraben.. |
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Dieser Bericht wurde von Heinz Albers verfasst. Besuchen Sie seine Homepage um noch mehr von seinen Reisen zu lesen. |
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