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Rumherstellung
Rumherstellung
Schon vor der Ernte des Zuckerrohrs begutachten die Einkäufer der Rumfabriken die Felder, um zu entscheiden, welche Pflanzen für ihre Firma in Frage kommen. Wie bei Wein hat jede Region und Lage ihre eigenen Charakteristika. Diese führen zu einem eindeutigen Geschmack des Endproduktes. Wenn ein Einkäufer etwas auf sich hält, verfolgt er die Raffinade des Rohres. Gehäckselt und zu einer homogenen Masse geworden, wird das Rohr in einer Mühle gepresst – es entsteht eine cremige, fast schwarze Flüssigkeit, die Melasse, die etwas über 50% Zuckeranteil enthält und verschiedene Stoffe, die für den Gärungsprozess und den späteren Geschmack wichtig sind. In Tanks kommt die Melasse zu den Zuckerfabriken, wo sie gereinigt, mit Wasser verdünnt und mit Hefepilzen, die speziell auf Kuba gezüchtet werden, versetzt wird, um die Gärung einzuleiten.
Nach 30 Stunden ist der Gärungsprozess abgeschlossen und die Destillation beginnt. Hier muss entschieden werden, wann der trinkbare Branntwein aus dem Kolben gelangt. Die ersten Entstehungsprodukte beim Destillieren sind reine, für den Menschen jedoch nicht bekömmliche Alkohole, der Vorbrand. Und der Nachbrand, nach dem trinkbaren Branntwein, ist mit Fuselstoffen versetzt, die den Geschmack wesentlich beeinträchtigen würden. Abschließend wird der Branntwein zur Reife in Holzfässer aus amerikanischer Weisseiche gefüllt, die 180 Liter aufnehmen und vorher schon zur Lagerung von Bourbon-Whiskey verwendet wurden. Das Produkt, das inzwischen schon als Rum bezeichnet wird, wird abschließend durch Aktivkohle und Sand gefiltert. Die verschiedenen Rumsorten werden nun von den Kellermeistern untereinander gemischt und verschnitten, um den typischen Geschmack eines Labels zu gewährleisten – nun ist der weiße Rum fertig. Je länger der Rum gelagert wird, desto dunkler ist seine Färbung. Nur die erfahrensten Kellermeister werden mit der letzten Verblendung betraut.
Die bekanntesten kubanischen Sorten sind „Havanna Club“, „Ron Varadero“ und „Caney“. Neben dem weißen Rum, der nur seine Anfangslagerung in den Kellereien verbracht hat, steht im Standartverkauf der dreijährige, der fünfjährige und der siebenjährige Rum. Ab und zu kann man auch den Jahrgangsrum erwerben, der zehn bis fünfzehn Jahre gereift ist, der „Gran reserva“.



