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Zuckerrohr
Zuckerrohr
Die Pflanze wurde von Kolumbus von den Kanarischen Inseln mitgebracht.1603 wurde die erste Zuckerplantage der Insel errichtet, 1850 waren es bereits 14.000 – Kuba war damit der grösste Zuckerproduzent der Welt, heute liegt das Land auf Platz 6.
Das mehrjährige Gras ist schilfähnlich und hat wie der Bambus knotige Verdickungen am Stängel, die 18% Zucker enthalten. Früher wurden die Pflanzen per Hand mit Macheten geerntet, heute fräsen Maschinen die Felder. In einigen Ländern Südamerikas und auch der Karibik erleichtert man den Erntearbeitern ihre Tätigkeit, indem man die Zuckerrohrfelder vor der Ernte abbrennt, um das Stroh zu entsorgen. Doch hat sich herausgestellt, dass darunter der Zuckergehalt der Pflanzen leidet. Nach der Ernte zwischen Dezember und Juni werden die Blätter entfernt und die Stängel zwischen zwei Walzen ausgepresst. Diese Maschinen stehen in den Zuckermühlen und wurden lange mit Dampf betrieben. Die ablaufende Flüssigkeit wird eingekocht und ergibt nach Trocknung und Reinigung den Rohrzucker. Ein wichtiges Hilfsmittel hierzu ist eine Zentrifuge. Der Melasse genannte Zuckersirup wird bei der Rumherstellung benötigt. In den Cachimbos, den kleinen Zuckerplantagen, wurde in der Regel nur der braune Zucker hergestellt. Der weiße Zucker braucht weitere Verfahren, die sich nicht lohnten. Zur Zuckergewinnung wird der Zuckerrohrsaft in einem grossen Kupferbottich gekocht. Nach dem Kochen wird er in einem zweiten Kessel gefüllt, in dem er kräftig durchgerührt wird. Das, was sich absetzt, wird an das Vieh verfüttert. Im dritten Kessel wird Sirup hergestellt. Anschließend schüttet man den Sirup zum Erstarren in Holzformen. Den fest gewordenen Zucker muss man dann heraus hacken. Für den raffinierten Zucker wird der Rohrzucker in Trichter gefüllt und dann weiter verarbeitet.


